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Erdgasantrieb (CNG)

(Zukunft, Kraftfahrzeuge, Alternativen, Antriebstechniken, Erdgasantrieb, (CNG), Flüssiggasantrieb (LPG), Wasserstoffantrieb und Brennstoffzelle, Elektro-Hybrid-/Vollelektroantrieb, Alternativ angetriebene Fahrzeuge, AUTO-Regel, GAMS-Regel, Erdgas)

Bei einem Fahrzeug mit Erdgasantrieb handelt es sich oft um einen bivalenten Antrieb. Die Fahrzeuge haben meistens einen Motor, der mit zwei verschiedenen Kraftstoffen betrieben wird: zum einen mit Ottokraftstoff (Benzin) und zum anderen mit Erdgas. Omnibusmotoren werden häufig ausschließlich von Erdgas angetrieben (monovalent).

Erdgas wird auch als CNG bezeichnet. Das Erdgas besteht zu 86 % aus Methan und zu 6,7 % aus Ethan, Propan und Butan sowie 6,5 % inerten Gasen. Es ist leichter als Luft (Dichteverhältnis Erdgas / Luft ca. 0,6). Der Explosionsbereich liegt zwischen 4-Vol% und 17-Vol%. Im Ursprungszustand ist Erdgas farblos und geruchlos. Für den weiteren Vertrieb wird das Erdgas odoriert (Beimischung eines Geruchstoffes).

Gespeichert wird das Erdgas in Druckgasbehältern aus Edelstahl oder Kunststoff-Verbundwerkstoffen mit einem Druck von bis zu 250 bar. Die Druckgasbehälter werden am Unterboden verbaut und müssen mit Sicherheitsventilen ausgerüstet sein. Alle Druckleitungen sind in Edelstahl ausgeführt.

Erkennungsmerkmal:

  • Fahrzeugbeschriftungen (z. B. „Clever sparen Erdgas fahren“, ECO Fuel, CNG, NGT, ...) sind jedoch nicht gesetzlich vorgeschrieben
  • Zusätzlicher Tankeinfüllstutzen (Tankklappe, evtl. im Stoßfänger integriert)
  • Zusätzliche Tankfüllstandsanzeige
  • Bedieneinrichtung zum Umschalten von CNG auf Benzin

Sicherheitseinrichtungen:

  • Elektromagnetisches Behälterabsperrventil am Druckgasbehälter:
    Durch Einschalten der Zündung, öffnet das Ventil und das Erdgas strömt zum Motor. 
    Wird die Zündung wieder ausgeschaltet oder erkennt das Airbag-Steuergerät einen Unfall, schließt das Ventil automatisch.
  • Manuelles Absperrventil am Druckgasbehälter:
    Das Absperrventil sitzt direkt am Druckgasbehälter und kann manuell geschlossen werden. Einsätze haben gezeigt, dass dieses Ventil eine wertvolle Hilfe sein kann. 
    Für den Feuerwehreinsatz ist es oft schwer zugänglich.
    Besonders zu beachten ist: Die manuelle Tankabsperrung verschließt nicht den Kanal zur Thermosicherung. Somit ist ein Bersten des Druckgasbehälters durch Hitzeeinwirkung trotz geschlossenem Ventil nicht möglich.
  • Thermosicherung (Schmelzsicherung) am Druckgasbehälter:
    Bei starker Hitzeeinwirkung auf den Druckgasbehälter, schmilzt die Thermosicherung bei ca. 110 °C und das Erdgas tritt kontrolliert aus. Im Gegensatz zum Flüssiggasantrieb werden hier die Druckgasbehälter komplett entleert.

Einsatzhinweise:

  • Für die Erkundung AUTO-Regel als Gedankenstütze anwenden
  • Beim Erkennen eines Gefahrguteinsatzes mit Erdgasfahrzeugen die GAMS-Regel anwenden
  • Kennzeichenabfrage und deren Möglichkeiten nutzen
  • Motor / Zündung abschalten (elektromagnetisches Ventil schließt)
  • Abklemmen der Batterie prüfen, da die Gefahr des Funkenübersprungs besteht
  • Auf Gasgeruch und entsprechende Gaskonzentration achten
  • Zündquellen fernhalten (Funkgeräte, Handy, …)
  • Bei Gasaustritt und einer zündfähigen Gas-Luft-Gemisch-Konzentration kann im Einsatz das Gemisch durch einen explosionsgeschützten Lüfter verdünnt werden.
  • Fahrzeuginnenraum belüften: 
    Achtung, beim Öffnen der Türe geht das Licht an (Funkenbildung)!
  • Ex-Messung in Hohlräumen im und um das Fahrzeug durchführen, nicht nur den Fahrzeuginnenraum belüften, sondern auch die Hohlräume – Kotflügel, Motorraum sowie Schächte, Gully etc. an der Einsatzstelle. Gas kann durch Ausströmen (z. B. in Hohlräumen) ein explosives Gemisch bilden.
  • Methan ist leichter als Luft und verbrennt vollständig
  • Druckgasbehälter sind im Unterboden, am Dach (Busse) oder im Kofferraum verbaut
  • Rettungskarten und QR-Code-Systeme zur Informationsgewinnung nutzen

Merkblatt "Alternativ angetriebene Fahrzeuge"

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